Das Wichtigste in Kürze
- 2 – 4 Monate Dauer der Wohnungssuche in der Schweiz – in Zürich auch länger
- 1,0 % Leerstandsquote schweizweit – in Zürich nur 0,07 %
- Betreibungsauszug Das wichtigste Dokument – ohne geht fast nichts
- 3 × Monatsmiete als Kaution – alternativ Kautionsversicherung
- 3 × Miete Nettoeinkommen muss mindestens das Dreifache der Bruttomiete sein
- 30 – 60 Bewerbungen sind als Ausländer normal – nicht entmutigen lassen
Marco hat 43 Bewerbungen geschrieben. 43 Mal das Dossier zusammengestellt. 43 Mal den Betreibungsauszug angehängt. 43 Mal gehofft. Nach der 44. Bewerbung — eine 2,5-Zimmer-Wohnung in Zürich-Oerlikon, 1.850 CHF — kam die Zusage. Marco, 29, Softwareentwickler aus Stuttgart, hatte drei Monate gesucht. „Ich war kurz davor aufzugeben", sagte er. „Dabei hatte ich alles richtig gemacht. Ich wusste nur nicht, dass 30-60 Bewerbungen völlig normal sind."
Eine Wohnung in der Schweiz zu finden, ist 2026 kein Spaziergang. Es ist ein Härtetest. In Zürich stehen von 10.000 Wohnungen 7 leer. Sieben. Bei jeder Besichtigung sind 50 andere Leute da. Manche haben einen besseren Job als Sie. Andere eine längere Mietgeschichte. Wieder andere kennen den Vermieter persönlich. Und Sie? Sie haben diesen Leitfaden. Und wenn Sie ihn durcharbeiten, haben Sie bessere Karten als 80 % der Mitbewerber.
Das ist kein „10 Tipps für die Wohnungssuche"-Artikel. Das ist die ungeschminkte Wahrheit über den Schweizer Wohnungsmarkt — von jemandem, der selbst 50+ Bewerbungen geschrieben und dabei jeden Fehler mindestens einmal gemacht hat. Sie werden lernen, warum eine physische Bewerbungsmappe Gold wert ist, wie Sie den Betreibungsauszug als Neuankömmling bekommen und was Sie bei der Besichtigung auf KEINEN Fall sagen dürfen.
Aktualisiert Juni 2026: Die Leerstandsquote ist auf 1,0 % gefallen. In den Städten herrscht Wohnungsnot — Zürich 0,07 %, Genf 0,34 %, Zug 0,3 %. Die Mietpreise steigen weiter. Dieser Artikel enthält aktuelle Daten und Strategien für 2026.
Der Wohnungsmarkt 2026: Das erwartet Sie wirklich
Die Schweiz hat 2026 eine landesweite Leerstandsquote von nur 1,0 % — weit unter der 2-%-Schwelle, ab der ein ausgeglichener Markt gilt. In den Städten ist die Lage dramatisch:
| Stadt | Leerstand | 2-Zi. Miete (Ø) | Bewerber pro Wohnung |
|---|---|---|---|
| Zürich | 0,07 % | 2.200–3.000 CHF | 50–75 |
| Genf | 0,34 % | 2.400–2.600 CHF | 40–60 |
| Zug | 0,30 % | 2.500+ CHF | 40–55 |
| Basel | 0,80 % | 1.600–2.200 CHF | 20–35 |
| Bern | 0,90 % | 1.500–2.000 CHF | 15–30 |
| Freiburg | 1,40 % | 1.200–1.800 CHF | 10–20 |
Das heisst konkret: Als Ausländer ohne Schweizer Mietgeschichte verschicken Sie im Schnitt 30 bis 60 Bewerbungen, bevor Sie eine Zusage bekommen. Das ist normal. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen — es liegt nicht an Ihnen, es liegt am Markt.
2–4 Monate einplanen
In Zürich, Genf oder Zug auch 4–6 Monate. Buchen Sie eine möblierte Zwischenlösung für die Übergangszeit.
Vororte = 30–40 % günstiger
In Oerlikon, Wallisellen oder Dübendorf sparen Sie massiv Miete bei nur 10–15 Min. Pendelzeit nach Zürich.
25–30 % Off-Market
Die besten Wohnungen werden nie öffentlich inseriert. Netzwerken Sie, nutzen Sie Nachmieter-Gruppen und Relocation-Dienste.
Das Bewerbungsdossier: Ihre Eintrittskarte
In der Schweiz ist das Dossier Ihre Visitenkarte. Ein unvollständiges Dossier bedeutet sofortige Ablehnung — egal wie sympathisch Sie sind. Die gute Nachricht: Wenn Ihr Dossier perfekt ist, heben Sie sich sofort von 80 % der Mitbewerber ab.
Das gehört in JEDES Dossier
| Dokument | Pflicht? | Hinweis |
|---|---|---|
| Ausgefülltes Bewerbungsformular | Ja | Jede Verwaltung hat ihr eigenes — sauber ausfüllen |
| Kopie Pass / ID | Ja | Aktuell, gut lesbar |
| Aufenthaltsbewilligung | Ja | Permit B, C, L — oder Bestätigung des laufenden Verfahrens |
| Arbeitsvertrag | Ja | Unterschrieben, mit Gehaltsangabe |
| Letzte 3 Lohnabrechnungen | Ja | Bei Neuankömmlingen reicht Arbeitsvertrag |
| Betreibungsregisterauszug | Ja | Wichtigstes Dokument! Max. 3 Monate alt |
| Motivationsschreiben | Empfohlen | 1 Seite, in lokaler Sprache |
| Referenzschreiben Vormieter | Optional | Sehr hilfreich wenn vorhanden |
Ein oft gemachter Fehler: Viele schicken das Dossier als mehrere einzelne PDFs. Fassen Sie alles in EINE PDF-Datei zusammen. Dateiname: Bewerbung_Strasse-Nr_Ort_NACHNAME.pdf. Das zeugt von Organisation und Respekt vor der Zeit des Vermieters.

Was ich aus Marcos 43 erfolglosen Bewerbungen gelernt habe: Die ersten 20 hat er mit einem unvollständigen Dossier verschickt. Kein Betreibungsauszug, weil er dachte, das sei optional. Kein Motivationsschreiben, weil er dachte, das sei „typisch deutsch". Die Wohnungsverwaltungen haben seine Bewerbung kommentarlos aussortiert. Erst als er ALLES beisammen hatte — inklusive einer sauberen Mappe mit Trennblättern — kamen die ersten Einladungen. Der Markt verzeiht keine Nachlässigkeit.
Der Betreibungsauszug: Das Dokument, über das niemand spricht
Der Betreibungsregisterauszug ist das am meisten unterschätzte Dokument bei der Wohnungssuche. Er beweist, dass Sie in der Schweiz keine offenen Schulden oder Betreibungen haben. Ohne ihn wird Ihre Bewerbung in 90 % der Fälle sofort aussortiert — völlig egal, wie hoch Ihr Gehalt ist.
Kosten: ca. 17 CHF beim kantonalen Betreibungsamt. Gültigkeit: 3 Monate. Dauer: 1–3 Werktage. Online bestellbar unter betreibungen.schweiz.ch oder direkt beim Amt Ihres Wohnkantons.
Was tun als Neuankömmling ohne Betreibungsauszug?
- Nullbescheinigung beantragen: Wenn Sie noch nie in der Schweiz gelebt haben, stellt das Betreibungsamt eine Bescheinigung aus, dass keine Einträge vorliegen — das ist genauso gut wie ein sauberer Auszug.
- Bonitätsnachweis aus dem Heimatland beilegen: Eine Schufa-Auskunft (DE), KSV-Auszug (AT) oder ein Bonitätszertifikat Ihrer Bank zeigt, dass Sie auch im Ausland keine Schulden haben.
- Begleitschreiben: Ein kurzer Satz im Motivationsschreiben: „Da ich erst am [Datum] in die Schweiz gezogen bin, füge ich eine Nullbescheinigung sowie meinen Bonitätsnachweis aus Deutschland bei."
Wo suchen? Die besten Plattformen 2026
Nicht alle Plattformen sind gleich gut. Hier die Rangliste nach Erfolgsquote für deutschsprachige Ausländer:
| Plattform | Fokus | Besonderheit |
|---|---|---|
| Homegate.ch | Alle Kategorien | Grösstes Portal, beste Filter |
| ImmoScout24.ch | Deutschschweiz | Stark in ZH, BE, BS |
| Comparis.ch | Aggregator | Zeigt an, ob Miete überhöht ist |
| Flatfox.ch | Städtisch | Digitale Bewerbung, schnell |
| Offlist.ch | Off-Market | Nicht öffentliche Angebote |
| Facebook-Gruppen | Nachmieter | Beste Chance für Neuankömmlinge |
Suchalarme einrichten
Auf Homegate und ImmoScout24 tägliche E-Mail-Alarme aktivieren. Gute Wohnungen sind in Stunden weg — wer zuerst reagiert, gewinnt.
Facebook-Gruppen nutzen
Suchen Sie nach „Wohnung Nachmieter Zürich", „Wohnungsmarkt Basel" etc. Viele Wohnungen werden nur hier angeboten.
Offlist.ch prüfen
Für 50–100 CHF/Monat Zugang zu exklusiven Angeboten. In Top-Lagen kann sich das nach der ersten Monatsmiete schon lohnen.
Die Besichtigung: So punkten Sie in 15 Minuten
Eine Besichtigung in der Schweiz ist anders als in Deutschland. Es geht nicht um Smalltalk oder Sympathie — es geht um Seriosität, Vorbereitung und Effizienz.
✅ Was Schweizer Vermieter mögen
- 5 Min. vorher da seinPünktlichkeit = Respekt
- Dossier in physischer FormSaubere Mappe, Trennblätter
- 1–2 kluge FragenZeigt echtes Interesse
- Business-CasualSeriös, nicht übertrieben
- Zuhören, nicht verhandelnPreisfragen sind tabu
❌ Was sofort ablehnen lässt
- Zu spät kommenAbsolute Todsünde
- Unvollständiges DossierSofort aussortiert
- „Geht die Miete billiger?"Kultureller Fauxpas
- Dominantes AuftretenZurückhaltung zählt
- Bewerbung auf EnglischLokale Sprache = Respekt
Der Trumpf: Wenn Ihnen die Wohnung gefällt, übergeben Sie das Dossier direkt vor Ort in physischer Form. Eine saubere Mappe mit Trennblättern, alle Dokumente darin. In Zeiten von 50 digitalen Bewerbungen bleibt die eine physische Mappe im Gedächtnis. Mehrere Auswanderer haben mir bestätigt: Genau das hat den Unterschied gemacht.
Warum die physische Mappe funktioniert: Weil sie zeigt, dass Sie diesen Prozess ernst nehmen. In einer Zeit, in der jeder sein Dossier per E-Mail schickt und hofft, dass es ankommt, sticht eine saubere Mappe mit allen Dokumenten und Trennblättern brutal heraus. Der Vermieter hält etwas in der Hand, das nach Mühe aussieht. Nach Respekt. Nach „Ich will diese Wohnung wirklich." Das ist mehr wert als 500 CHF mehr Gehalt.
Mietkaution: 3 Monatsmieten clever hinterlegen
In der Schweiz beträgt die Kaution maximal 3 Nettomonatsmieten. Bei einer Wohnung für 2.000 CHF sind das 6.000 CHF — Geld, das auf einem Sperrkonto blockiert wird.
Mietkautionskonto
- Betrag3 Monatsmieten
- VerfügbarkeitGeld ist blockiert
- RückzahlungNach Auszug + Abrechnung
- ZinsenMinimal (0–0,5 %)
- Ideal fürAusreichend Ersparnisse
Kautionsversicherung
- Betrag~5 % Jahresprämie
- VerfügbarkeitGeld bleibt bei Ihnen
- RückzahlungPrämie ist weg (wie Versicherung)
- AnbieterSwissCaution, Firstcaution, SmartCaution
- Ideal fürNeuankömmlinge mit wenig Ersparnissen
Für Ausländer empfehlenswert: Die Kautionsversicherung. Statt 6.000 CHF auf einmal zu blockieren, zahlen Sie ca. 300 CHF/Jahr. Das schont Ihre Liquidität — und die Vermieter akzeptieren diese Lösung zunehmend.
Die „3×-Regel": So viel Einkommen brauchen Sie
Schweizer Vermieter prüfen Ihr Einkommen nach einer strengen Faustregel: Das monatliche Nettoeinkommen muss mindestens das Dreifache der Bruttomiete betragen.
| Bruttomiete (inkl. NK) | Nettoeinkommen nötig/Monat | Bruttojahresgehalt ca. |
|---|---|---|
| 1.500 CHF | 4.500 CHF | ~65.000 CHF |
| 2.000 CHF | 6.000 CHF | ~85.000 CHF |
| 2.500 CHF | 7.500 CHF | ~105.000 CHF |
| 3.000 CHF | 9.000 CHF | ~125.000 CHF |
| 3.500 CHF | 10.500 CHF | ~145.000 CHF |
Was tun in der Probezeit? Die Probezeit (1–3 Monate) macht Vermieter nervös. Bieten Sie einen zahlungsfähigen Bürgen mit Wohnsitz in der Schweiz an oder hinterlegen Sie eine freiwillig höhere Kaution. Das signalisiert: „Ich habe nichts zu verbergen."
Speziell für Ausländer: Diese 7 Dinge machen den Unterschied
- Bewerben Sie sich in der lokalen Sprache. Deutsch in Zürich, Basel, Bern. Französisch in Genf, Lausanne. Englische Bewerbungen haben nachweislich 10–15 % geringere Erfolgschancen.
- Dossier VOR der ersten Besichtigung fertig haben. Als PDF auf dem Smartphone UND als physische Mappe. 80 % der Mitbewerber haben das nicht.
- Privathaftpflicht (RC) vorab abschliessen. Kostet ca. 150–250 CHF/Jahr und ist in der Schweiz oft Voraussetzung für den Mietvertrag. Zeigt dem Vermieter: Sie kennen die Regeln.
- Den Suchradius erweitern. Oerlikon statt Zürich Kreis 1 spart 500–800 CHF/Monat. Die Pendelzeit ist minimal (10–15 Min.), die Erfolgschancen sind deutlich höher.
- Nicht auf den perfekten Moment warten. Eine „okaye" Wohnung für 12 Monate zu nehmen und dann in Ruhe weiterzusuchen, ist oft die intelligentere Strategie als 6 Monate lang auf die Traumwohnung zu warten.
- Persönliches Netzwerk aktivieren. Fragen Sie Kollegen, ob in ihrem Haus etwas frei wird. Viele Wohnungen werden nie inseriert — sie gehen unter der Hand weg.
- Bei 30+ Absagen nicht verzweifeln. Das liegt am Markt, nicht an Ihnen. Ein syrischer Arzt erzählte mir, er habe 45 Bewerbungen gebraucht. Ein deutscher IT-Leiter 38. Beide haben am Ende eine schöne Wohnung gefunden.
Die 7 häufigsten Fehler bei der Wohnungssuche
- Dossier nicht vollständig. Der Betreibungsauszug fehlt, das Bewerbungsformular ist unleserlich, die Lohnabrechnungen sind älter als 3 Monate. Jeder fehlende Punkt = sofortige Ablehnung.
- Zu spät reagieren. Gute Wohnungen sind in 24–48 Stunden weg. Wer erst nach 3 Tagen antwortet, hat verloren. Tägliche Suchalarme sind Pflicht.
- Bewerbung auf Englisch. Die Schweiz ist mehrsprachig — aber die Verwaltung spricht die lokale Sprache. Eine deutsche Bewerbung in Zürich oder eine französische in Genf ist ein massiver Vorteil.
- Probezeit verschweigen. Wenn Sie in der Probezeit sind und das nicht transparent machen, fliegt es spätestens bei der Lohnabrechnungs-Prüfung auf. Dann ist das Vertrauen zerstört.
- Nur auf Homegate suchen. 25–30 % der Wohnungen werden nie öffentlich inseriert. Wer nur auf Portalen sucht, verpasst die besten Angebote.
- Mietkaution nicht eingeplant. 3 Monatsmieten Kaution + erste Monatsmiete = 4 Monatsmieten am ersten Tag. Bei einer 2.500-CHF-Wohnung sind das 10.000 CHF. Planen Sie das ein.
- Zu wählerisch bei der Erstmiete. Die erste Wohnung muss nicht perfekt sein. Hauptsache, Sie haben einen Fuss in der Tür. Nach einem Jahr mit Schweizer Mietreferenz wird die nächste Suche viel einfacher.
Mietvertrag prüfen: 7 Dinge, die Sie checken müssen
Den Mietvertrag zu unterschreiben ohne ihn genau zu prüfen ist einer der teuersten Fehler, den Sie machen können. Nehmen Sie sich 30 Minuten Zeit für diese Checkliste:
| Was prüfen? | Worauf achten? |
|---|---|
| Nettomiete vs. Nebenkosten | Müssen getrennt aufgeführt sein. Nur was explizit im Vertrag steht, darf abgerechnet werden. |
| Offizielle Formularpflicht | Seit Oktober 2025 MÜSSEN Vermieter in BS, FR, GE, LU, ZG, ZH und Teilen von NE/VD ein Formular mit der Vormiete und dem Referenzzinssatz vorlegen. Fehlt es, ist die Miete anfechtbar. |
| Mietdauer | Befristet (endet automatisch) oder unbefristet? Bei unbefristet: Kündigungsfrist und Termine notieren. |
| Kündigungsfrist | Gesetzlich 3 Monate für Wohnungen. Kündigung muss schriftlich mit amtlichem Formular erfolgen. E-Mail, WhatsApp oder PDF sind rechtlich ungültig. |
| Kaution | Maximal 3 Nettomonatsmieten. Muss auf Sperrkonto in IHREM Namen liegen. Vermieter kann ohne Ihre Zustimmung oder Gerichtsbeschluss nicht darauf zugreifen. |
| Hausordnung & Anhänge | Nur bindend, wenn sie Ihnen VOR der Unterschrift ausgehändigt wurden. |
| Index- oder Staffelmiete? | Erhöht sich die Miete automatisch? Falls ja, an welchen Index ist sie gekoppelt? |
Das Übergabeprotokoll: Ihre Versicherung gegen Kaution-Abzocke
Das Übergabeprotokoll bei Einzug ist das Dokument, das Ihnen beim Auszug Tausende Franken sparen kann. Ohne Protokoll kann der Vermieter behaupten, ein Kratzer im Parkett oder ein Fleck an der Wand sei durch Sie entstanden — und die Reparatur von Ihrer Kaution abziehen.
So machen Sie es richtig:
- Gemeinsame Begehung mit dem Vermieter. Bestehen Sie darauf. Wer nicht dabei war, kann Mängel nicht bestätigen.
- JEDEN Mangel dokumentieren. Kratzer im Parkett, Riss in der Fliese, Wasserfleck an der Decke, defekte Dichtung am Fenster. Wenn es nicht im Protokoll steht, existiert es rechtlich nicht.
- Fotos machen. Von jedem Raum, jedem Fenster, jedem Boden. Nahaufnahmen von Mängeln. Speichern Sie die Fotos mit Datum ab.
- Funktionstest durchführen. Wasserhahn, Heizung, Steckdosen, Rollläden, Türschlösser — alles testen und dokumentieren.
- Zählerstände notieren. Strom, Wasser, Heizung. Im Protokoll festhalten und von beiden unterschreiben lassen.
- Kopie aufbewahren. Sie bekommen ein unterschriebenes Exemplar. Scannen Sie es ein und speichern Sie es in der Cloud.
Ein Tipp aus Erfahrung: Machen Sie ein Video während der Begehung (mit Erlaubnis). Gehen Sie langsam durch jeden Raum und filmen Sie Wände, Böden, Fenster. Im Streitfall ist das Video vor Gericht zwar kein Beweis, aber es hilft dem Richter, sich ein Bild zu machen — und das kann den Unterschied ausmachen.
Nebenkosten: Was wirklich auf Sie zukommt
Die Nebenkosten sind in der Schweiz komplexer als in Deutschland. Es gibt drei Modelle, und was abgerechnet werden darf, ist streng gesetzlich geregelt:
| Modell | Wie es funktioniert | Risiko für Mieter |
|---|---|---|
| Akonto (monatliche Vorauszahlung) | Sie zahlen monatlich z.B. 150 CHF. Einmal jährlich erfolgt die Abrechnung — Sie bekommen Geld zurück oder müssen nachzahlen. | Moderat |
| Pauschale | Sie zahlen einen festen Betrag. Keine jährliche Abrechnung, keine Rückerstattung, keine Nachzahlung. | Gering |
| Inklusivmiete | Alle Nebenkosten sind in der Miete enthalten. | Keines |
Was darf der Vermieter als Nebenkosten abrechnen?
- Heizung und Warmwasser (grösster Posten, ca. 60-80 CHF/Monat)
- Allgemeinstrom (Treppenhaus, Waschküche)
- Hauswartung / Reinigung
- Öffentliche Abgaben (Abwasser, Kehricht)
- NICHT: Verwaltungskosten, Reparaturen, Hypothekarzinsen
Gut zu wissen: Sie haben das Recht, die Originalbelege der Nebenkostenabrechnung einzusehen. Wenn die Heizkosten plötzlich explodieren, verlangen Sie Einsicht in die Rechnungen. Der Vermieter muss sie Ihnen vorlegen.
Realistische Timeline: So lange dauert die Wohnungssuche wirklich
| Phase | Dauer |
|---|---|
| Dossier vorbereiten | 1-2 Wochen |
| Plattformen durchstöbern + Alarme | 2-3 Wochen |
| Besichtigungen + Bewerbungen | 4-8 Wochen |
| Zusage + Mietvertrag | 1-3 Wochen |
| Einzug | 2-4 Wochen nach Unterschrift |
| GESAMT | 2-4 Monate |
Planen Sie eine Zwischenlösung ein. Airbnb, möblierte Wohnung oder Serviced Apartment für 4-8 Wochen. Das nimmt den Druck aus der Suche und Sie können vor Ort besichtigen — das erhöht Ihre Chancen massiv.
2026 auf einen Blick
Zürich & Genf
Suchdauer
zur Zusage
3 Monatsmieten
Häufige Fragen (FAQ)
Das vollständige Dossier: Ausgefülltes Bewerbungsformular, Kopie Pass/ID, Aufenthaltsbewilligung, Arbeitsvertrag, letzte 3 Lohnabrechnungen, Betreibungsregisterauszug (max. 3 Monate alt), Motivationsschreiben und ggf. Referenzschreiben. Alles als EINE PDF-Datei.
Der Betreibungsauszug ist ein amtliches Dokument, das beweist, dass Sie keine offenen Schulden haben. Ohne ihn wird Ihre Bewerbung zu 90 % abgelehnt. Kosten: ca. 17 CHF, online beim kantonalen Betreibungsamt bestellbar. Neuankömmlinge beantragen eine Nullbescheinigung und legen einen Bonitätsnachweis aus dem Heimatland (z.B. Schufa) bei.
Sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Ohne Arbeitsvertrag brauchen Sie einen Bürgen mit Wohnsitz in der Schweiz, eine höhere Kaution (z.B. 6 Monatsmieten) oder einen erheblichen Vermögensnachweis. In Städten mit unter 1% Leerstand ist es ohne Job nahezu aussichtslos. Planen Sie 2-4 Monate Suche ein.
Die Faustregel: Ihr Nettoeinkommen muss mindestens das Dreifache der Bruttomiete betragen. Bei 2.000 CHF Miete brauchen Sie 6.000 CHF Netto/Monat. In der Probezeit sind Vermieter vorsichtiger — ein Bürge oder höhere Kaution helfen.
2-4 Monate, in Zürich und Genf auch 4-6 Monate. Planen Sie eine möblierte Zwischenlösung (Airbnb, Serviced Apartment) für die Übergangszeit ein. Der Prozess: Dossier vorbereiten (1-2 Wo.), Suchen (2-3 Wo.), Besichtigungen + Bewerbungen (4-8 Wo.), Zusage + Vertrag (1-3 Wo.).
Homegate.ch und ImmoScout24.ch für öffentliche Angebote. Flatfox.ch für schnelle digitale Bewerbungen. Facebook-Gruppen („Wohnung Nachmieter Zürich" etc.) für Off-Market-Angebote. Offlist.ch für exklusive, nicht öffentliche Inserate (kostenpflichtig). Comparis.ch zeigt an, ob die Miete überhöht ist.
Quellen & Weiterführende Informationen
- Bundesamt für Statistik (BFS) – Leerwohnungszählung 2026
- Homegate.ch & ImmoScout24.ch – Mietpreise und Marktdaten
- ReloFinder.ch – Swiss Apartment Viewing Tactics 2026
- SmartCaution.ch – Kautionsversicherung für Mieter
- Ibani.com – The Ultimate Guide to Renting in Switzerland 2026
- Kantonale Betreibungsämter – Betreibungsregisterauszug
- Mieterverband Schweiz (MV) – Mietrecht und Beratung


